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Monis Moot

Mai 2, 2011

Spät komme ich, aber ich komme noch.

Seit Ewigkeiten nichts mehr geschrieben, vor Wochen schon an der MoodleMoot in Elmshorn teilgenommen und nun erst die ersten Gedanken-, Gefühls- und Irgendwas-Brocken.

Vieles hat mich an der Moodlemoot fasziniert, vieles ist mir irgendwo zwischen Bauch, Herz und Kopf hängen geblieben. Konkretisiert in den Händen hat sich noch nichts.

Vielleicht hat es mit meiner Situation zu tun. Ich bin noch selber ein relativer Moodle-Frischling. Habe zwar doch schon vor 2 Jahren bei Max Woodtli einen Kurs gemacht  (Danke Max!) und dort begonnen mich auch mit moodle und Lernbegleitung zu befassen. Der Deutschkurs, in dem ich meine moodle-Kenntnisse ausprobieren wollte, ist dann aber kurz darauf zusammen gekracht. Ich bin also mit einem guten Boden, aber sehr wenig Erfahrung zur Moot gefahren.

Im Herbst ist nun ein neuer Kurs geplant: Deutsch Grundkurs 1, zwei Abende pro Woche, an einem Abend unterrichte ich und am anderen Abend eine Kollegin. Es handelt sich um Deutsch als Fremdsprache. Eine Gruppe kann also beispielsweise so aussehen:

  • 14 Teilnehmende mit 14 verschiedenen Muttersprachen, aber keine Deutschkenntnisse
  • Ich habe am Anfang also keine gemeinsame Sprache, um den Teilnehmenden irgendetwas zu erklären.
  • Vorkenntnisse mit (elektronischen) Medien kann ich nicht voraussetzen. Von Teilnehmenden, die noch nie einen Computer auch nur eingeschaltet haben bis zu fremdsprachigen Informatikern habe ich schon alles erlebt. Am wahrscheinlichsten ist ein bunter Mix.

Dazu kommt, dass ich noch nie mit meiner Kollegin zusammengearbeitet habe und nur 4 Computer zur Verfügung habe. Und da möchte ich moodle einsetzen? Bin ich verrückt oder spinn‘ ich nur ein kleines Bisschen?

An der MoodleMoot habe ich unter anderem Sebastian Netta besucht, Jazzmusiker, Lehrer, Nachdenker. Titel seiner Veranstaltung: „Creative Learning – Improvisation als Grundprinzip – Was die Schule vom Jazz lernen kann!“ Ich wollte keine „Kochrezepte“ bekommen, die ich eins zu eins anwenden kann, sondern mir etwas anschauen, was mir vielleicht fremd ist. Und so fremd war es mir dann schlussendlich gar nicht. „You don’t get Jazz, Jazz gets you.“ Eigentlich ist doch v.a. das meine Aufgabe: Settings herzustellen, in denen meine Teilnehmenden von Deutsch/Schweizerdeutsch gepackt werden können. Man sagt sogar auf Schweizerdeutsch: Es ziet mir de Ärmel ine. Es zieht mir den Ärmel rein. Was nichts anderes bedeutet, als dass man von etwas völlig begeistert, gefangen ist. Und auch mir selber gegenüber toleranter zu sein: Fehler in der Jazzmusik? Fehler im Deutsch-Lernen und -Lehren? Wann sind denn Fehler Fehler und nicht einfach andere Wege nach Rom?

Und so schaue ich heute mit einem ganz anderen Bauchgefühl meinem Kurs entgegen – wenn er denn genug Teilnehmende haben sollte. Den bunten Mix als Chance begreifend, bunte Bilder gefallen mir eh besser. Und mit schwummriger, lampenfiebriger Vorfreude – gespannt auf all die Improvisationen, die da kommen werden.

Die Rolle von moodle? So viel wie möglich, aber nicht möglichst raffiniert, sondern den Teilnehmenden entsprechend. Und das kann je nach Sozialisation mit dem Medium auch „nur“ eine pdf-Schleuder sein 😉 Der Rest wird sich zeigen.

Berichte meiner Bauchlandungen und Höhenflüge werden folgen.